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Thema: Die Wurzeln von Paris

Pascal - 26. 11. 2011 um 12:22

Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutetia des Stammes der Parisii auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt,
als Kreuzung (croisée) zwischen einer Nord-Süd-Straße und dem Fluss in West-Ost-Richtung.
Erstmalige schriftliche Erwähnung fand der Ort als Lutetia im sechsten Buch Julius Caesars über den gallischen Krieg (De Bello Gallico) zum Jahr 53 v. Chr.
Über die Bedeutung des Namens wurde viel spekuliert, eine ernsthafte,
quellengestützte Erklärung liegt jedoch nicht vor.
Bereits die ersten Einwohner hatten Insel und Ufer durch einen Grand Pont in Norden und einen Petit Pont im Süden verbunden.
Als die Truppen Caesars unter Titus Labienus sich im Jahr 52 v. Chr., nach einem ersten gescheiterten Anmarsch, zum zweiten Mal der Stadt näherten, zündeten die Parisii unter dem Oberbefehl des schon hochbetagten, aber wegen seiner ausgezeichneten Kenntnis der Kriegsführung berufenen Galliers Camulogenus Lutetia an, zerstörten die Brücken zur Stadt und nahmen am Ufer der Seine, der Stadt und Labienus' Lager gegenüber Stellung.
Kurze Zeit später unterlagen sie den römischen Truppen.
Die Römer überließen den Parisii den größten Teil der Insel und bauten auf dem linken Ufer der Seine, in dominanter Lage an den Hängen des später nach der Heiligen Genoveva von Paris benannten Hügels, eine neue römische Stadt auf.
Sie legten auch den befestigten Cardo und die Römerstraße von Soissons nach Orléans an
(heute die Rue Saint-Martin im Norden und die Rue Saint-Jacques im Süden).
Der Cardo trennte die Insel bald in einen administrativen Teil im Westen und einen religiösen im Osten – eine Struktur, die sich bis heute erhalten hat.


DaveD - 20. 12. 2011 um 11:08

Das eigentliche Stadtbild welches uns heute immer wieder, nicht nur Verliebte, beeindruckt verdanken wir Georges-Eugène Haussmann.
Napoléon III. ( nicht mit Napoléon Bonaparte verwandt) wurde auf Haussmann vor allem durch dessen Arbeit in Yonne und Bordeaux aufmerksam. Napoléon III. erkannte in Haussmann den geeigneten Mann, um seine hochgesteckten Ziele in Hinblick auf eine grundlegende städtebaulichen Umgestaltung seiner Hauptstadt zu verwirklichen. Er ernannte ihn 1853 zum Präfekten von Paris,
und stattete ihn mit außergewöhnlichen Befugnissen aus. Die Metropole sollte durch die Anlage monumentaler Sichtachsen übersichtlich gegliedert und den Anforderungen des modernen Straßen- und Schienenverkehrs angepasst werden. Neben den Verkehrsanlagen entstanden auch weitläufige Grünanlagen nach englischem Vorbild, zum Teil als Erweiterung und Neugestaltung vorhandener Anlagen (z. B. Jardin du Luxembourg, Bois de Boulogne). Beim Umbau der Stadt spielten auch militärische Aspekte eine Rolle, so begünstigte die „Haussmannisierung“ von Paris ohne Zweifel die Kampfführung regulärer Truppen gegenüber aufständischen Bürgern. Die Arbeiten konzentrierten sich im Wesentlichen auf die Areale des Louvre, des Tuilerien-Palastes, die Zufahrtswege zum Hôtel de Ville, die Rue de Rivoli, die Umgebung der Oper, die Île de la Cité, die Grands Boulevards, die noch aus der Zeit Louis XIV. stammten, und die Avenuen, die auf die Place de l’Étoile (heute Place Charles de Gaulle) zulaufen. Insgesamt wurden Straßen von rund 150 Kilometer Länge neu gebaut. Neben den großen Markthallen Les Halles (diese Hallen wurde 1969 abgerissen) entstanden die großen Bahnhöfe und andere kommunale Einrichtungen, darunter mehrere Theater und auch eine neue Kanalisation.


Maurice - 27. 12. 2011 um 13:25

Die Umgestaltung von Paris unter Haussmann wird heute trotz der schwerwiegenden Eingriffe in Stadtbild und Sozialstruktur teilweise positiv rezipiert. Nach ihm wurde der Boulevard Haussmann benannt, ein mehrere Kilometer langer Straßenzug im 8. und 9. Arrondissement zwischen der Avenue de Friedland und dem Boulevard Montmartre. Haussmanns Umgestaltung von Paris hatte im 19. und 20. Jahrhundert Beispielwirkungen auf andere europäische Großstädte. Bukarest europäisierte sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Pariser Vorbild. Aber auch Buenos Aires strebte unter seinem Bürgermeister Torcuato de Alvear nach dem Vorbild der Architektur Haussmanns zum „Paris Südamerikas“ zu werden, indem die 1894 eröffnete Avenida de Mayo einen Anfang machte. Sowohl Mussolini wie Hitler dachten an ähnliche Umgestaltungen ihrer Metropolen. Mussolini musste sich aufgrund der Dichte historischer Bauten in Rom auf die Durchbrüche der Via della Conciliazione in Richtung Petersdom und der Via dei Fori Imperiali in Richtung Kolosseum in Rom begnügen. Hitlers Vorstellungen bezüglich der beiden „großen Achsen“ in Berlin (bzw. Germania) blieben Pläne.


Maurice - 2. 2. 2012 um 12:03

Trotzdem ist es die Lieblingsstadt für viele auf der Welt.
Und nicht nur für Verliebte, die unbedingt in Paris heiraten wollen.
Und die, die in Paris heiraten wollen kommen sogar aus Japan,
weil sie von dem Flair dieser Stadt beeindruckt sind.


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