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Thema: Wegen rassistischer Aussagen verurteilt?

Pascal - 30. 3. 2012 um 07:45

Der französische Parfümeur Jean-Paul Guerlain ist wegen rassistischer Äußerungen verurteilt worden. Ein Pariser Gericht verhängte am Donnerstag eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro gegen den 75-Jährigen. Guerlain hatte 2010 in einem TV-Interview in abfälliger Weise über Farbige gesprochen und war deswegen angezeigt worden. Um den Duft „Samsara“ zu kreieren, habe er „gerackert wie ein Neger“, erzählte der legendäre Parfümentwickler bei dem Fernsehauftritt. Und ergänzte: „Wobei ich nicht weiß, ob Neger jemals so hart geschuftet haben.“ Im Prozess hatte Guerlain versucht, die Äußerungen herunterzuspielen und um Verzeihung gebeten. „Ich bin alles, aber kein Rassist“, sagte er vor Gericht. Im Februar wurde er allerdings erneut angezeigt. Gegenüber dem Mitarbeiter einer Bahngesellschaft soll er sich erneut abfällig über Ausländer geäußert haben. In einem ähnlichen Fall war im vergangenen Jahr auch der britische Modeschöpfer John Galliano verurteilt worden. Er hatte Gäste einer Bar mit rassistischen Pöbeleien überzogen und bekam dafür eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro auf Bewährung.


HannesW - 14. 4. 2012 um 13:22

Man sollte eigentlich annehmen, dass kreative und künstlerisch tätige Menschen denken können und frei von rassistischen Vorurteilen sind. Falsche gedacht.
Der britische Modemacher John Galliano kommt nach seinen judenfeindlichen Ausfällen glimpflich davon: Ein Pariser Gericht verurteilte ihn am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 6000 Euro auf Bewährung. Galliano blieb der Urteilsverkündung fern und wurde von seinem Anwalt vertreten. Er wolle die Konfrontation mit der Presse vermeiden, ließ er dem Gericht ausrichten. Die Geldstrafe muss Galliano nur zahlen, wenn er erneut straffällig wird. "Das ist ein starkes Zeichen des Gerichts", sagte Verteidiger Aurélien Hamelle. Man habe anerkannt, dass sein Mandant sich entschuldigt und Suchttherapien absolviert habe. "Er hofft jetzt, alles hinter sich lassen zu können."
Galliano muss den Klägern - drei Personen und fünf gegen Rassismus kämpfende Organisationen - die Gerichtskosten von 16.500 Euro ersetzen und jedem zudem einen symbolischen Schadenersatz von einem Euro zahlen. Staatsanwältin Anne de Fontette hatte eine Geldstrafe von mindestens 10.000 Euro gefordert. Damit blieb sie bereits unter der möglichen Höchststrafe von sechs Monaten Haft und 22.500 Euro. Der Stardesigner hatte im vergangenen Jahr in seiner Stammkneipe im Pariser Szeneviertel Marais mehrere Gäste beleidigt und rassistisch beschimpft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Galliano Ausdrücke wie "Dreckiges Judengesicht" und "Beschissener asiatischer Mistkerl" fallen ließ. Ein anonym aufgenommenes Video hatte die Affäre weiter angeheizt. In dem Film lallt Galliano die Worte: "I love Hitler" und beschimpft die Gäste.
Gallianos Arbeitgeber Dior hatte den 50-Jährigen wegen der Affäre bereits im Frühjahr entlassen. Galliano war dort mehr als 14 Jahre lang Chefdesigner.


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